Couscous, Brik und Lablabi: Das große Glossar der tunesischen Küche (Herkunft, Aussprache, Einkaufstipps und wo man das Original probiert)

By Mohamed Ayad · Nov 4, 2026 · Tunisia Travel Guide

Couscous, Brik und Lablabi: Das große Glossar der tunesischen Küche (Herkunft, Aussprache, Einkaufstipps und wo man das Original probiert)

Es war kurz nach acht, und der Markt am Kreuzberger Landwehrkanal roch nach Minze, frischem Fladenbrot und kaltem Wasser. Hinter einem Stand mit Oliven und eingelegten Zitronen stand ein älterer Herr, der mir, ohne dass ich etwas gefragt hätte, ein Päckchen in die Hand drückte: hauchdünne, fast durchsichtige Teigblätter. „Für Brik“, sagte er. „Das isst man mit der Hand. Und man lacht dabei.“ Ich…

Ein Expertenguide für alle, die tunesische Gerichte wirklich verstehen wollen: von der Bestellung am Straßenstand in Tunis bis zum Einkauf im orientalischen Supermarkt in Berlin, Köln oder München.Ein Samstagmorgen am Maybachufer, der alles verändert hatEs war kurz nach acht, und der Markt am Kreuzberger Landwehrkanal roch nach Minze, frischem Fladenbrot und kaltem Wasser. Hinter einem Stand mit Oliven und eingelegten Zitronen stand ein älterer Herr, der mir, ohne dass ich etwas gefragt hätte, ein Päckchen in die Hand drückte: hauchdünne, fast durchsichtige Teigblätter. „Für Brik“, sagte er. „Das isst man mit der Hand.

Und man lacht dabei.“Ich hatte keine Ahnung, was ein Brik ist. Ich wusste nur: Börek kannte ich aus Deutschland, aus der Bäckerei an der Ecke, aus Studentenzeiten. Aber das hier war etwas anderes. Zuhause schlug ich ein rohes Ei in die Mitte des Teigs, faltete ihn zu einem Dreieck, ließ ihn in heißes Öl gleiten – und hielt den Atem an. Das Eigelb blieb weich. Es lief mir über das Kinn, über die Hand, auf das Hemd. Ich lachte tatsächlich.Jahre später stand ich in Tunis, an einem kalten Wintermorgen gegen sieben, vor einem Edelstahltresen. Ein Mann in Wollweste schob mir eine angeschlagene Schüssel hin: Kichererbsen in dampfender, nach Knoblauch und Kreuzkümmel duftender Brühe, darunter altes Brot, obenauf ein Klecks tiefroter Harissa, ein Schuss Olivenöl und ein Ei.

Das war Lablabi. Ich aß im Stehen, neben Taxifahrern, Studenten und einer Frau mit Einkaufstüten, und verstand: Diese Küche macht keine Unterschiede. Sie macht satt, sie macht warm, und sie macht aus Fremden Tischnachbarn.Und dann ist da noch der Freitag, an dem in unzähligen tunesischen Familien Couscous auf den Tisch kommt – ein Gericht, das 2020 sogar von der UNESCO als gemeinsames Erbe der Menschheit gewürdigt wurde.Wenn du schon einmal vor einer Speisekarte gestanden und dich gefragt hast, was Malsouka, Harissa, Kesksi oder Ojja bedeuten, ist dieses Glossar für dich geschrieben. Ich habe es so aufgebaut, wie ich es mir selbst gewünscht hätte: präzise, mit belastbaren Zahlen, mit seriösen Quellen – und mit all den kleinen Details, die aus einem Restaurantbesuch eine Erinnerung machen.Kurzantwort: Was sind Couscous, Brik und Lablabi?Couscous (tunesisch Kesksi) besteht aus gedämpften Hartweizengrieß-Körnchen, serviert mit einem würzigen Eintopf aus Gemüse und Fleisch oder Fisch, oft mit Harissa verfeinert.

Es ist das Nationalgericht des Maghreb.Brik (gesprochen Brieck) ist ein hauchdünnes Teigblatt, das um eine Füllung gefaltet und frittiert wird, klassisch um ein ganzes Ei mit Thunfisch, Petersilie und Kapern. Es ist der Star der Ramadan-Tafel.Lablabi (auch Lablebi) ist eine kräftige Kichererbsensuppe mit Knoblauch und Kreuzkümmel, über altbackenes Brot gegossen und mit Ei, Thunfisch, Oliven, Kapern, Zitrone und Harissa gekrönt. Es ist Tunesiens Wintersuppe, Frühstück und Heimweg-Snack in einem.Wenn du dir nur einen Satz merken willst: Couscous ist das Fest, Brik…